GOTS bei Georg Werner: Welche Produkte Bio-Baumwolle tragen – und welche nicht
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„Bio-Baumwolle“ steht auf ziemlich vielen Etiketten. Aber was heißt das eigentlich – und gilt das für jedes Produkt einer Marke, oder nur für manche? Bei GeorgWerner ist die ehrliche Antwort: nicht für alles. Und genau das wollen wir hier transparent machen, statt es zu verschweigen.
Wir bekommen öfter die Frage: „Ist das wirklich Bio, oder ist das nur ein Marketing-Wort?“ Zu Recht – der Begriff wird inflationär benutzt. Deshalb einmal ehrlich aufgedröselt: Welche unserer Produkte sind GOTS-zertifiziert, welche nicht, und warum.
Unsere Baumwoll-Produkte: GOTS-zertifizierte Bio-Baumwolle
Alles, was bei uns aus Baumwolle gefertigt wird – T-Shirts genauso wie ein Teil unserer Sport-Shirts – besteht aus GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle. Das gilt unabhängig davon, ob „organic“ explizit im Produktnamen steht: Der gesamte Baumwoll-Anteil unseres Sortiments läuft über denselben zertifizierten Lieferanten. Konkret heißt das: mindestens 95 % der Fasern stammen aus zertifiziert biologischem Anbau – ohne synthetische Pestizide, ohne Gentechnik, mit Fruchtwechsel statt Monokultur. Auch Färben, Bleichen und Veredeln müssen mit strengen Grenzwerten für Chemikalien erfolgen, Abwasser muss aufbereitet werden, und entlang der gesamten Produktionskette gelten soziale Mindeststandards. Die vollständigen Kriterien erklären wir ausführlich in Was ist GOTS-Zertifizierung?
Woher wissen wir das? Unsere Lieferanten-Nachweise
Wir haben direkt bei unseren Produktionspartnern nachgefragt, wie sie GOTS-Zertifizierungen absichern, statt uns nur auf Herstellerangaben zu verlassen. Printful bestätigt uns schriftlich, dass sie von allen Öko-Lieferanten gültige Drittzertifikate wie GOTS, OCS und GRS verlangen, bevor ein Produkt in ihrer Eco-Friendly-Linie gelistet wird (Quelle: Printful Help Center). Unser zweiter Partner, Spreadconnect, verweist für die konkreten Nachweise auf den Hersteller Stanley/Stella: Der zeichnet GOTS-zertifizierte Produkte individuell mit einer Lizenznummer (Control Union CU 819434) aus und stellt das Zertifikat öffentlich zum Nachlesen bereit (Quelle: Stanley/Stella Zertifizierungen).
Was uns beide Partner nicht geben: eine Zertifikatsnummer für jede einzelne Bestellung oder Produktcharge – das behalten Hersteller aus Vertraulichkeitsgründen für sich, das ist in der Branche üblich. Was wir stattdessen bekommen, sind öffentlich einsehbare, extern geprüfte Nachweise auf Hersteller-Ebene. Für uns ist das aktuell die ehrlichste Form von Beleg, die wir anbieten können, ohne etwas zu behaupten, das wir nicht schwarz auf weiß zeigen können.
Nicht jedes Produkt ist aus Baumwolle: unsere Funktionsware
Hier wird es ehrlich: Ein Teil unserer Sport-Jerseys besteht nicht aus Baumwolle, sondern aus atmungsaktivem Polyester-Mesh. Das ist keine Nachlässigkeit, sondern eine bewusste Materialentscheidung je Produkt. GOTS gilt ausschließlich für Naturfasern – für ein Trikot, das beim Training Feuchtigkeit von der Haut wegtransportieren und atmungsaktiv bleiben muss, ist Baumwolle nicht immer das richtige Material. Bei diesen Funktionsprodukten greifen deshalb andere Standards: GRS (Global Recycled Standard) für recycelte Faseranteile und OEKO-TEX Standard 100 für geprüfte Schadstofffreiheit. Welches Material ein bestimmtes Produkt tatsächlich hat – Baumwolle oder Polyester-Mesh – steht immer in der jeweiligen Produktbeschreibung, denn das unterscheidet sich von Artikel zu Artikel, nicht pauschal nach Kategorie. Warum Funktionskleidung teils andere Regeln braucht, erklären wir ausführlicher in Sportbekleidung Print on Demand: Warum Funktionsstoffe andere Regeln brauchen.
Und bei Polyester? Was wir konkret nachweisen können
Auch hier wollten wir es genau wissen, statt nur „GRS und OEKO-TEX gelten hier“ zu schreiben. Unsere Sport-Jerseys (z. B. die SurfLegend- und AW-Serie) laufen über Printful und basieren auf dem Blank SOL'S 11939. Laut Hersteller-Datenblatt ist dieses Polyester-Mesh OEKO-TEX Standard 100 zertifiziert (Referenz CQ 1094/1 IFTH) – das bestätigt Schadstofffreiheit, aber keinen Recycling-Anteil. Es handelt sich um Standard-Polyester, nicht um die separat geführte „Recycled“-Variante aus Printfuls Katalog.
Unsere JAKO-Trikots (z. B. Skydive, BaseJump, MotoX, WingSuit) laufen dagegen über Spreadconnect. Hersteller JAKO gibt auf der eigenen Produktseite als Material „100 % Polyester (recycelt)“ an (Quelle: JAKO Produktseite) und bestätigt auf seiner Nachhaltigkeitsseite, recycelten Polyester als zentrales Nachhaltigkeitsmaterial einzusetzen und dafür externe Zertifikate oder Testberichte zu verlangen (Quelle: JAKO Nachhaltigkeit). Eine konkrete Zertifikatsnummer für dieses einzelne Produkt liegt uns aktuell nicht vor – anders als bei unserer Bio-Baumwolle. Sobald wir sie haben, ergänzen wir sie hier.
Warum wir hier keine Kompromisse bei der Kommunikation machen
Es wäre einfacher, einfach überall „nachhaltig“ oder „Bio“ draufzuschreiben und zu hoffen, dass niemand genauer hinschaut. Wir machen das nicht, weil falsche Zertifizierungsaussagen genau das Problem sind, das wir eigentlich bekämpfen wollen: Greenwashing, das echte Nachhaltigkeitsarbeit unglaubwürdig macht. Deshalb bekommt bei uns nur das GOTS-Siegel, was tatsächlich GOTS-zertifizierte Bio-Baumwolle ist – und bei allem anderen sagen wir klar, welches Material und welcher Standard stattdessen gilt.
Bei beiden Materiallinien gilt aber das gleiche Grundprinzip: Print-on-Demand ohne Überschuss, Motive, die der Kopf hinter GeorgWerner mit KI-Werkzeugen entwickelt, aber selbst kuratiert und verantwortet – kein Stock-Design, kein geklauter Print. Ehrliches Material für ehrliches Design, ganz gleich ob Baumwolle oder Funktionsstoff.
Wenn du das nächste Mal ein GOTS-Siegel auf einem Kleidungsstück siehst, weißt du jetzt, wofür es wirklich steht – und warum es eben nicht auf jedem Etikett stehen kann, ohne die Bedeutung zu verwässern.