Faire Produktion: Was hinter dem Wort wirklich steckt

Faire Produktion: Was hinter dem Wort wirklich steckt

"Fair produziert" ist eines dieser Worte, die mittlerweile auf fast jedem zweiten Klamottenlabel stehen. Und ehrlich gesagt: Das macht mich manchmal skeptisch, wenn ich es selbst benutze. Denn "fair" kann alles und nichts bedeuten, wenn niemand erklärt, was konkret dahintersteckt. Deshalb will ich heute mal aufschlüsseln, was bei GeorgWerner tatsächlich passiert, bevor ein Shirt bei dir ankommt.

Fair heißt: Wir produzieren erst, wenn du bestellst

Der wichtigste Punkt zuerst, auch wenn er unspektakulär klingt: Bei uns läuft nichts "auf Verdacht". Jedes Shirt entsteht erst, nachdem du es bestellt hast. Keine Lagerhallen voller Ware, die am Ende zu reduzierten Preisen verramscht oder schlimmstenfalls vernichtet wird. Das ist keine Nebensächlichkeit – Überproduktion ist einer der größten Hebel für Ressourcenverschwendung in der Modeindustrie, und wir haben ihn von Anfang an rausgenommen.

Aber fair hört bei der Produktionsmenge nicht auf. Genauso wichtig ist, unter welchen Bedingungen genäht, bedruckt und verpackt wird. Wir arbeiten ausschließlich mit Print-Partnern, die sich zu geprüften Sozial- und Arbeitsstandards verpflichten – dazu gehören angemessene Löhne, geregelte Arbeitszeiten und sichere Arbeitsplätze. Das ist kein Bauchgefühl, sondern wird über Zertifizierungen wie GOTS regelmäßig kontrolliert, die neben ökologischen auch soziale Kriterien entlang der gesamten Lieferkette prüfen.

Ein Punkt, der oft untergeht: lokale Produktion. Weil wir mit einem dezentralen Netzwerk an Druckereien arbeiten, wird dein Shirt möglichst nah an deinem Wohnort gedruckt statt einmal um die halbe Welt verschifft. Kürzere Transportwege bedeuten weniger Emissionen – und nebenbei auch schnellere Lieferzeiten für dich.

Warum wir trotzdem keine Rundum-sorglos-Garantie versprechen

Ich will hier nichts schönreden: Eine komplett rückstandslose Lieferkette gibt es in der Realität kaum, egal was ein Label auf die Verpackung druckt. Was wir stattdessen tun können, ist transparent bleiben – nachfragen, kontrollieren, Partner wechseln, wenn Standards nicht eingehalten werden, und dir ehrlich sagen, wo wir stehen statt ein perfektes Bild zu zeichnen, das es nicht gibt.

Für mich persönlich war das von Anfang an eine Grundvoraussetzung, kein Zusatzargument. Ein Shirt, das gut aussieht, aber auf Kosten von jemand anderem entstanden ist, kommt für mich nicht infrage – egal wie gut das Design ist. Deshalb bleibt "fair" bei uns kein Wort auf dem Etikett, sondern eine Entscheidung, die wir bei jedem einzelnen Partner und jedem einzelnen Shirt neu treffen.

Wenn du Fragen zu einem bestimmten Produktionsschritt hast – frag einfach nach. Wir haben nichts zu verstecken, und ich beantworte solche Fragen lieber zu ausführlich als gar nicht.

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